Vom Datensatz zur Geschichte

Jede Reportage beginnt mit einer Frage an die Daten. Wir zeigen, wie aus rohen Zahlen eine verständliche Erzählung wird – und wo die Grenzen der Daten liegen.

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Frage schärfen

Am Anfang steht ein Thema, das uns neugierig macht. Wir formulieren eine präzise Frage, etwa: Wie hat sich der Radverkehr in Klagenfurt seit 2019 entwickelt? Ohne klare Frage bleibt jede Auswertung beliebig.

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Quellen prüfen

Wir suchen offene Datensätze bei Statistik Austria, der Stadt Wien oder europäischen Portalen. Jede Quelle wird auf Aktualität, Erhebungsmethode und mögliche Lücken geprüft, bevor sie in die Auswertung einfließt.

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Muster erkennen

Mit einfachen Werkzeugen wie R oder Python bereinigen wir die Daten und suchen nach Auffälligkeiten. Ausreißer, fehlende Werte oder verzerrte Stichproben werden dokumentiert – sie gehören zur ehrlichen Analyse dazu.

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Zahl einordnen

Eine Zahl allein sagt wenig. Wir setzen sie in Relation: zum Vorjahr, zur Bevölkerungszahl oder zu Vergleichsregionen. Erst der Kontext macht aus einer Kennzahl eine Aussage, die Leserinnen und Leser einordnen können.

05

Visuell erzählen

Aus den Ergebnissen entstehen Diagramme und Karten, die ohne Fachwissen lesbar sind. Wir verzichten auf Effekthascherei und achten darauf, dass Achsen, Skalen und Beschriftungen nicht in die Irre führen.

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Gegenlesen lassen

Vor der Veröffentlichung prüfen wir die Zahlen mit externen Fachleuten. Ein zweiter Blick auf Methodik und Darstellung fängt Fehler ab, die im Redaktionsalltag sonst übersehen werden. Danach erst geht der Text online.

Was wir unter Datenklarheit verstehen

Bevor Sie mit einer Auswertung beginnen, sollten ein paar Begriffe geklärt sein. Diese Hinweise gelten für alle Artikel, Workshops und den wöchentlichen Newsletter – sie helfen, Missverständnisse zu vermeiden, wenn wir über Prozentpunkte, Mittelwerte oder offene Datensätze sprechen.

Von der ersten Idee bis zur fertigen Reportage

So entsteht eine datengetriebene Geschichte

Redaktionsablauf im Detail

Fragestellung schärfen

Bevor wir Daten laden, klären wir, welche Alltagsfrage wir beantworten wollen. Oft reicht eine vage Neugier nicht aus: Wir formulieren eine prüfbare These und überlegen, welche Kennzahl sie stützen oder widerlegen könnte.

Quellen sichten

Wir arbeiten mit offenen Registern, amtlichen Statistiken und wissenschaftlichen Datensätzen. Dabei prüfen wir Erhebungszeitraum, Stichprobengröße und Definitionen, damit wir nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.

Daten bereinigen

Rohdaten enthalten Lücken, Dubletten und Ausreißer. Wir dokumentieren jeden Bereinigungsschritt nachvollziehbar, damit eine spätere Überprüfung möglich bleibt und keine stillen Annahmen in die Auswertung einfließen.

Muster erkennen

Erst die explorative Analyse zeigt, ob sich eine Geschichte abzeichnet. Wir testen mehrere Darstellungsformen und achten darauf, dass Korrelationen nicht vorschnell als Ursachen gedeutet werden.

Visuell erzählen

Diagramme ersetzen keine Argumentation, sie machen sie sichtbar. Wir wählen Achsen, Skalen und Farben so, dass sie die Aussage stützen und nicht verzerren. Jede Grafik durchläuft eine interne Faktenprüfung.

Gegenlesen lassen

Vor der Veröffentlichung bitten wir Kolleginnen und Kollegen um eine kritische Durchsicht. Sie prüfen Zahlen, Quellenangaben und die Frage, ob die Geschichte ohne die Daten genauso funktionieren würde.

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